Thrakien liegt im äußersten Nordosten Griechenlands. Die Grenze nach Norden bildet Bulgarien, nach Osten die Türkei, nach Westen Makedonien und im Süden das Thrakische Meer. In Thrakien, das Bindeglied zwischen Orient und Okzident ist, findet man ein harmonisches Nebeneinander von östlicher und westlicher Kultur. Dieses geschichtsträchtige Land mit seinen ausgeprägten Charakterzügen wurde bisher von den grossen Touristenströmen verschont.

Natur:

Das Klima Thrakiens ist mediterran bis kontinental mit zahlreichem Niederschlag und Schneefällen.

Die Begkette des Rhodope-Gebirges bildet die nördliche Grenze, der Süden ist geprägt durch weite Ebenen. Diese endlosen Ebenen (um Xanthi und Komotini), fruchtbaren Täler (Evros-Tal), breiten Flüsse, die üppige Vegetation und Wälder mit über 200 Jahre alten Bäumen prägen die Landschaft. Hier liegt eines der grössten Wasservogelreservate Europas mit mehr als 300 geschützten Vogelarten. In diesem ökologisch höchst interessantem Biotop überwintern mehr als 200.000 Wasservögel.

Rundreise:

Aus Kavala kommend hat der Besucher von Thrakien Xanthi, die Hauptstadt des gleichnamigen Nomos, vor sich. Sie liegt an der Stelle des antiken Xantheia und bezaubert durch ihre alten, architektonisch interessanten Bürgerhäuser und Gebäude. Ein Schmuckstück ist die byzantinische Festung hoch über der Stadt im Norden und die malerischen Klöster über einem Pinienhain. In nächster Nähe stösst man auf das Fischerdorf Porto Lagos, auf Abdera, Mesembria und Maronia, die ihren Höhepunkt in der Antike erlebt haben. Nordöstlich davon liegt Komotini, die Hauptstadt der Präfektur Rodopi, mit seinen vorchristlichen und byzantinischen Befestigungsanlagen. Im Museum von Komotini kann man Funde von den verschiedenen Ausgrabungsstätten der Region bewundern. Alexandroupoli ist mit seinem harmonischen Stadtbild und den neoklassizistischen Gebäuden die Hauptstadt der Präfektur Evros. Nordöstlich davon liegt Feres mit einer berühmten byzantinischen Kirche, der Panagia Kosmosotira. Soufli an der griechisch-türkischen Grenze im Norden ist berühmt für seine Seidenindustrie. Didimotiho, eine byzantinische Stadt, und das moderne Orestiada liegen in einer fruchtbaren Gegend, von Tälern und pinienbedeckten Erhebungen durchzogen und im Süden vom Meer umspült. Selten schöne Städte und Dörfer erfreuen das Auge des Fremden in diesem östlichen Teil des Landes, in dem sich Natur, Geschichte und Tradition vereinen.

Samothraki:

Im nördlichen Agäischen Meer gegenüber dem Golf von Saros findet man die Insel Samothraki. Der Großteil der Insel ist gebirgig. Der Berg Saros mit seiner höchsten Erhebung, dem Fengari von über 1600 m, ist der höchste der Ägäischen Inseln, mit Ausnahme von Kreta und Euböa. Samothrake hat Mittelmeerklima mit mildem Winter und relativ heißem Sommer. Vier Vorgebirge bilden das Profil der Küste: Akrotiri, Malathria oder Megalo Akrotiri, Angistro und Kipo. 

Die Insel war in der Antike berühmt für die Mysterien der Kabiren, die im Heiligtum der Großen Götter zelebriert wurden. Seine Überreste kann man in der Nähe von Paleopoli, wo auch die berühmte Nike von Samothrake (heute im Louvre in Paris) gefunden wurde, bewundern (Arsinoe-Rundbau, Stoa, Temenos, der Palast, das Theater, etc.).

Die alte Hauptstadt Samothraki oder Hora liegt im Landesinneren. Die kleinen malerischen Dörfer, die Naturschönheiten einer mediterranen Vegetation, die Wälder und Bäche und die einsamen Strände machen aus der Insel einen idealen Zufluchtsort für Menschen, die die Natur und Einsamkeit lieben.

Geschichte:

Thrakien, der Vorposten Griechenlands im äußersten Nordosten des Staatsgebietes, war durch die Jahrhunderte schon immer Brücke zwischen Völkern und Kulturen.
Auch heute ist das thrakische Land, in dem Wanderer wie Flüchtlinge seit je ein gastliches Dach gefunden haben, das griechische Bindeglied zwischen West und Ost, Europa und Asien.

Überall stösst man auf Funde aus der Jungsteinzeit, der hellenistischen, römischen und byzantinischen Epochen.

Die erste Besiedlung fällt wohl in die Altsteinzeit, während Spuren menschlichen Lebens erst in der Jungsteinzeit anhand von Funden nachzuweisen sind - in den Höhlen bei Maronia und Strimi, in Flußtälern und an Quellen.

Zu Beginn der geschichtlichen Zeit, um 2000 vor Christus, drangen von Norden kommend die ersten thrakischen Stämme in das Gebiet ein. Ab dem 7. Jahrhundert vor Christus begannen die Griechen aus Zentralgriechenland und von den Inseln der Nord-Agäis die Küsten Thrakiens zu kolonisieren. Damals entstanden Städte wie Maroneia, Abdera, Mesembria, Dikaia und Ainos, die sich in der Antike zu bedeutenden Handelszentren entwickelten. Der Einfluß dieser griechischen Küstenstädte auf die Thraker des Hinterlandes war von so entscheidender Bedeutung, daß diese Stämme schließlich gänzlich für die griechische Kultur gewonnen werden konnten.

Ende des 4.  Jahrhunderts vor Christus eroberte Alexander der Große Thrakien, und Anfang des 2.  Jahrhunderts vor Christus durchzogen römische Truppen das Gebiet; die römische Provinz "Thracia" erlebte im 2. und 3. nachchristlichen Jahrhundert ihre Blütezeit.

Im byzantinischen Kaiserreich erlangte Thrakien wegen seiner strategisch wichtigen Lage zwischen Konstantinopel und Thessaloniki, der zweitwichtigsten Stadt des Reiches, besondere Bedeutung und spielte als Provinz eine wichtige Rolle.
Monumente und Bauwerke aus jener Zeit findet man heute über ganz Thrakien verstreut - vom Nestos bis zum Evros und vom Rhodope-Gebirge bis zur ägäischen Küste, den natürlichen Grenzen des Gebietes.

Region:

Ostmakedonien und Thrakien

Fläche:

ca. 8.600 km²

Einwohner:

ca. 370.000

Flughafen:

Alexandroupolis International Airport „Democritus“ (AXD)