Chios (Hios) ist die fünftgrößte Insel Griechenlands und sehr wasserreich - die Vegetation reicht oft bis dicht ans Meer, und die Dörfer im Anbaugebiet des Mastixstrauchs verschwinden fast im Grün.

Die Insel war schon in der Vorzeit besiedelt und erlebte im 6. vorchristlichen Jahrhundert eine große wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit.

Die Inselhauptstadt Chios (die bei den Einheimischen nur Hora = Stadt heißt) liegt an der Ostküste, gegenüber der Küste des antiken Ionien. Im Hafen herrscht lebhaftes Treiben, sowohl an der alten Mole mit den kleinen, verschiedenfarbig bemalten Häusern, wo die Fischerboote im Wasser dümpeln und die Netze zum Trocknen ausgebreitet sind, als auch im neueren Teil mit den modernen Geschäftshäusern und Promenadencafés. Gleich bei der Einfahrt in den Hafen sieht man die Byzantinische Festung, in deren Mauern sich einst das Leben der Hauptstädter abspielte. Erhalten sind neben Wohnhäusern mit den typischen Gitterfenstern und Balkonen die byzantinischen Bäder und die St.-Georgs-Kirche. Eine Besichtigung lohnen das Archäologische Museum, das Museum für Neugriechische Bildhauerei und die Städtische Bibliothek.

Südlich des Hauptortes liegt Kambos, mit schönen Häusern aus Naturstein, und wenn man auf derselben Straße weiterfährt, kommt man an üppigen Gärten und weiten Apfelsinenhainen vorbei zum schönen Sandstrand von Karfas (6 km). In Richtung Norden liegt zuerst Vrondados an unserem Weg (5 km) dessen Bewohner den Besucher seit jeher mit großem Stolz auf den "Lehrerfelsen" vor dem Dorf vereisen, wo Homer einst seine Schüler unterrichtet haben soll. Die Straße führt weiter zum Mersinidiou-Kloster, auf einem Felsen über dem Meer erbaut, zu den reizvollen Fischerdörfern Pandoskios und Langada (17 km) und schließlich, nach dem wir das antike Delphinion hinter uns gelassen haben, nach Pano Kardamila (28 km) und Kato Kardamila oder Marmaro (30 km), an einer der schönsten Meeresküsten der Insel ("Nago"). Am Ende der Asphaltstraße liegt der Ambelos-Strand. Auf einer ebenfalls asphaltierten Straße kann man durch eine herrliche Berglandschaft nach Volissos (40 km) an der Westküste fahren, der hiesigen Überlieferung nach Geburtsort Homers und ein sehr apartes Dorf, das mit seinen engen Gassen, dem verfallenen byzantinischen Kastell und den buntbemalten Häuschen einer mittelalterlichen Miniatur entsprungen zu sein scheint. Sehenswert das historische Kloster Agios Georgios, mit sehr schönen Fresken. 2 km von Volissos liegt das hübsche Fischerdorf Limnia und nicht weit von hier, am Rande eines weit sich hinziehenden Strandes das Markella Kloster (5 km von Volissos). Der Hauptort Hora ist wieder Ausgangspunkt für eine Fahrt zum Kloster Nea Moni, die wichtigste Sehenswürdigkeit der Insel und eins der bedeutendsten Bauwerke der byzantinischen Zeit. Einzigartig die Wandmalereien und Mosaiken des im 11. Jahrhundert von dem byzantinischen Kaiser Konstantin IX. Monomachos gegründeten Klosters. Noch weiter in westlicher Richtung auf einem Hügel die beiden Dörfer Avgonima und Anavatos, mit schönen alten Häusern, unberührt von den Stürmen der Zeit. Die reizvollste und für den Fremden interessanteste Region der Insel ist zweifellos der Süden, das Gebiet der "Mastixdörfer". Das Harz des Mastixstrauchs, dessen Anbau ab dem Kloster Agios Minas beginnt, gerinnt nur auf Chios und auch nur hier im Süden und ist damit verarbeitungsfähig. Das wohlschmeckende Mastix, schon in der Antike als Kaugummi beliebt, wird heute u.a. in der Pharmazeutik verwendet. Die Dörfer in dieser Gegend, die seit altersher vom Anbau des Mastixstrauchs leben und gemeinhin nur "die Mastixdörfer" genannt werden, haben sich durch die Jahrhunderte in ihrem Aussehen kaum verändert: überwölbte Gassen, Häuser aus Steinquadern, mit Fresken ausgemalte Kirchen, jedes Dorf eine kleine Festung für sich mit Wehrtürmen und Burgtoren. Von Armolia, bekannt für seine Töpferwerkstätten, fahren wir weiter nach Pirgi, ein Dorf wie aus dem Bilderbuch, wo man eine ganz ungewöhnliche Kunst der Fassadendekoration entwickelt hat: durch Schaben ("xysta") herausgearbeitete geometrische Schwarz-Weiß-Muster, die die ganze Außenwand bedecken. Hafenort des Binnendorfes Pirgi ist das friedliche Emborios an einem schönen Strand mit schwarzen Kieseln, während das für seinen ausgelassenen Karneval bekannte Olimbi in Kato Fana seinen Zugang zum Meer hat. Von Mesta, dem in seiner mittelalterlichen Struktur wohl am besten erhaltenen Mastixdorf kann man zum Baden hinunter zum Fischerdorf Passalimani fahren (Zimmervermietung). In Mesta sind übrigens viele Häuser im Rahmen eines Programms, das die G.Z.F. für traditionelle Siedlungen ausgearbeitet hat, renoviert worden und bieten jetzt dem Fremden eine wahrhaft angemessene Unterkunft.

Es bestehen Schiffsverbindungen nach Piräus, Thessaloniki und Kavala, sowie Flugverbindungen nach Athen.

Region:

Nördliche Ägäis

Fläche:

ca. 843 km²

Einwohner:

ca. 54.000

Hauptstadt:

Chios

Flughafen:

Chios Island National Airport „Omiros“ (JKH), Chios